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35-Seen-Pfingstfahrt
2010
9
Tage – 335 km – 35 Seen
Auch im Jahr 2010 ist vom 22.05. - 30.05. eine wunderschöne Pfingstfahrt
in das Spree-Dahme-Gebiet südöstlich von Berlin vom Fahrtenleiter Wolfgang
Grädler und der „Kaltmamsell“ Angelika Wentzig mit insgesamt 10 TeilnehmerInnen
der Altersgruppe 49-73 Jahre durchgeführt worden (Gesine Haake, Helma Heinrich,
Uschi Preißler, Angelika Wentzig, Wolfgang Grädler, Jürgen Langer, Eberhard
Wagner, Klaus Wiedemann und Peter Toedt). Damit konnten 2 Dreier mit Stm. und 1
Person Landdienst auf Pfingst-Ruderfahrt gehen und sich von den vielen Seen des
Umlandes verzaubern lassen. Begleitet vom Gesang der Rohrdommeln im Schilf
haben wir Kuckucks und Raubvögel gesehen. Oft mussten wir den frisch
gegründeten Schwanen- und Enten-Familien mit ihren vielen Kindern
ausweichen. Zu unserem Glück gab es sehr
wenig Motorbootsverkehr, so dass wir überwiegend bei glattem Wasser Flüsse und
Seen durchrudern konnten. Auch der Wettergott zeigte sich mit fast
durchgängigem Sonnenschein und Windstille von seiner besten Seite. So konnten
insgesamt 335 km in 9 Tagesetappen, davon sämtliche mit Ufer-Picknick in der
Mittagspause aus unserem begleitenden Miet-Bus in bester Stimmung gerudert
werden. Kultureller Höhepunkt war in Königs-Wusterhausen die Besichtigung des
sehr schön renovierten Jagdschlosses. Unvergesslich auch die Rückfahrt von Bad
Saarow über den stürmischen Storkower See, welche die Kameraden/innen auch
stimmlich „gleich im Ruck, gleich im Zug“ vorzüglich bewältigten.
Doch nun zum eigentlichen Fahrtenbericht, der wiederum tageweise von
jeweils anderen Autoren/innen stammt:
1. Tag - vom PRC-G über den Teltowkanal und die Dahme nach
Grünau -43 km-
Alle
Teilnehmer/innen trafen superpünktlich im Bootshaus des PRC-G ein, so dass das
Gepäck schnell im Begleitfahrzeug verstaut werden konnte. Die beiden Dreier „Emden“
und „Bubi Jahnke“ wurden zügig zu Wasser gelassen; so konnten wir bereits um
9:20 Uhr vom Steg ablegten. Für das Gepäck und die Pausenversorgung stand
wiederum ein Kleinbus zur Verfügung. Die bekannte Route über den Teltowkanal
führte uns zur Mittags-Picknick-Pause zur RG Wiking, wo erstmalig der
Landdienst mit erfrischenden Getränken und vielen leckeren Speisen aus dem gut
gefüllten Begleitbus (Angelika sei gepriesen) die RudererInnen stärkte. Weiter
ging es dann den restlichen Teltowkanal bis zur Mündung in die Dahme. Über die
Regattastrecke Grünau ruderten wir zum Tagesziel, dem Olympiastützpunkt RC
Grünau, in deren Hochhaus-Zimmern mit einem herrlichen Blick über die
Olympia-Regattastrecke von 1936 wir den ersten Schlaf finden sollten. Zuvor
wanderten wir ein kurzes Stück durch den angrenzenden Wald, um im Gartenrestaurant
„Hanffs Ruh“ zu Abend zu speisen. Unter dem Motto „Hier können Familien Kaffee
kochen“ ist dieses Restaurant für seine volkstümlichen Angebote mit
entsprechenden Preisen zu empfehlen.
Der Abend wurde nicht lang, da einerseits
eine gewisse Müdigkeit einsetzte und andererseits der morgige Frühstücks-Termin
um 7Uhr30 nicht verschlafen werden durfte. Dem Fußball-Fan Eberhard gelang es
aufgrund seiner robusten Konstitution, das WM-Spiel Deutschland- ??? noch bis
weit in die Nacht in der Pförtnerloge zu verfolgen (!).
Wolfgang
2.
Tag Pfingstsonntag
- von Grünau über die Zernsdorfer Lanke nach Prieros
-37 km-
7
Uhr morgens, ein herrlicher Ausblick aus
meinem Zimmer in 7. Stock über den Langen See und die Regattastrecke,
jedoch trübes Wetter. Zum Duschen muß ich ins Erdgeschoss, dort sind schon die erstenTrainingsruderer beim Umziehen.
8.00: Ausgezeichnetes Frühstücksbuffet erwartet uns mit
allem, was man sich wünschen kann. Bei nur 5 Euro fragt man sich, ob sich das
auch rechnet.
9.30 Start bei für mich optimalem Ruderwetter: trüb,
trocken, wenig Wellen, Schiebewind. Die Stimmung ist gut und wird auf den
ersten Kilometern durch mehrere Pfingstkonzerte
am Ufer noch gehoben, aber Anlegen zum Tanzen will dann doch niemand.
An Schmöckwitz vorbei geht es durch den Zeuthener See zum
Ruderclub Königs Wusterhausen. Dort
erwartet uns als Landdienst schon Angelika mit einem gedeckten Picknicktisch.
Das Clubgelände ist romantisch gelegen, das Haus wohl um die Jahrhundertwende erbaut.
Alles macht einen gepflegten Eindruck. Für die Geselligkeit im Verein sprechen Hunderte von leeren Kräuterschnapskruken, die als
Beetumrandung dienen. Erfrischt geht es weiter die Dahme entlang und
über die Bootsschleppe an der Neuen Mühle in den Krüpelsee. Dort will Wolfgang unbedingt einen Abstecher ans Ende der
Zernsdorfer Lanke machen zur Alten Ziegelei. Es hat sich gelohnt. Die
Alte Ziegelei ist ein Gartenlokal, innen eine urige Kneipe, gestaltet wie die
Lobby eines Hotels der zwanziger Jahre mit alten
Polstersesseln und Kaminofen, viel Lesestoff, etwas vergammelt, aber sehr
gemütlich, das Essen soll hervorragend sein. Übernachtungsmöglichkeit gibt es
gegenüber. Da wir gerade unser reichliches Picknick genossen hatten und
noch einige Kilometer vor uns hatten, blieb es jedoch nur bei der Besichtigung. Für Interessenten: email:
kapitans-klub-gisder.com.
Dann zurück mit Gegenwind in den Krüpelsee. Die letzten
Kilometer auf der Dahme und durch den Dolgensee zogen sich und gegen l7 Uhr war
Prieros, unser Tagesziel, erreicht. Sechs von
uns blieben im Gasthaus zur Linde, die anderen drei hatten ihr Quartier im
Hotel Waldhaus am Streganzer See . Ausruhen, Frischmachen und als
Ausklang eines gelungenen Tages gegen 20Uhr gingen wir in die Gasthaus „Zum
Alten Fritz“, um gut und reichlich zu essen.
Peter
3.
Tag Von Prieros über Wendisch Rietz nach Bad
Saarow - 35 km-
In der Nacht
zum Pfingstmontag hatte es geregnet. Und es ist immer so: das Wetter
bestimmt die
Stimmung. Denn alle, die in dieser Nacht wach wurden, waren alles andere als
amused. Am Morgen schien jedoch die Sonne, und die Welt war wieder in Ordnung.
Aber der Tag hielt noch einige Überraschungen bereit.
Nach dem
Frühstück ruderten wir bei herrlicher Flora über den Langer See (natürlich
benannt nach unserem Packer), Wolziger See, dem Wolziger Fließ zur Schleuse
Kummersdorf. Bis dahin gab es keine besonderen Vorkommnisse. Dann ging es
durch den Storkower Kanal zur Selbstbedienungsschleuse Storkow. Kurz
dahinter befand sich eine Brücke, die so niedrig war, dass wir uns lang auf den
Rücken legen mussten. Als wir uns halb unter der Brücke befanden und fast
Platzangst bekamen, schob unser Steuermann das Boot wieder zurück, weil ein
paar Spinnen in seinem Gesicht hingen. Alle akrobatischen Übungen waren
umsonst, da es sich um eine Brücke zum Hochklappen handelte. Wie einfach. Und
so ruderten wir über den großen Storkower See zur Selbstbedienungsschleuse
Wendisch-Rietz. Und da passierte es. Während wir in der Schleuse lagen,
ließ sich eine Restspinne von Pauls Kappe hinunter; eine verscheuchende
Handbewegung - und schon lag seine Brille auf dem tiefen Grund. Er wollte
noch nach der Brille langen, sollte aber nicht so enden wie Fritze
Bollmann. Noch nie habe ich bei Paul so einen verdutzten Gesichtsausdruck
gesehen. Nach dem Mittagspicknick wurden ein paar Brillen getauscht,
damit Paul seinen Landdienst übernehmen konnte. Und die Moral von der
Geschicht: Fahre ohne zweite Brille nicht!
Vor den
Ruderern lag ein kabbeliger Scharmützel See. Auf seinen Wellenspitzen brach
sich das Sonnenlicht und viele „Diamanten“ verzauberten die Wasserober-fläche.
Kurz vor Bad Saarow wurden die Boote an Land gebracht und der Rudertag
war mit 34 Kilometern zu Ende. Peter nahm noch bei ca. 13° C
ein erfrischendes Bad.
Kaum saßen
wir auf der Terrasse des Restaurants „Drei Stuben“ fing es plötzlich heftig an
zu regen. Wir flüchteten unter große Sonnenschirme und genossen das von Paul
spendierte Bier.
Auf der Rückfahrt
im Bus nach Prieros zog ein großes Unwetter mit Hagel und Sturmböen auf,
das noch Unglück über das Land bringen sollte.
Abends, im
Fisch-Restaurant “Köllnitzer Stuben“, endete dieser aufregende Rudertag bei
gutem Essen und gepflegten Getränken.
Uschi
4. Tag: Von Bad Saarow über Wendisch Rietz nach Prieros
–35km-
Start von Prieros mit dem „Vito“ zum
Anlegeplatz am stürmischen Scharmützelsee in Bad Saarow.
Boote waren erstaunlicher Weise noch da,
nachdem am Tag vorher die Welt kurzfristig unterging – Hagel, Gewitter,
Starkregen.
Landdienst hatte Wolfgang, der sich eine
Ersatzbrille beschaffen und zudem noch Angelikas Handy wieder betriebsfähig machen musste.
Dann sind wir bei Windstärke 6 in den See
gestochen und bewältigten 3 Schleusen; Steuerfrau Angelika ist über sich
hinausgewachsen – hat sich massiv gegen Wind-böen stemmen müssen.
Endlich -nach 25 km und hinter der Schleuse
Kummersdorf - zelebrierten wir an einem wunderschönen Wasserwander-Rastplatz unser
Mittagsmahl. Nun schien auch wieder die Sonne und Jürgen spendierte aus der
ummittelbar anliegenden Kneipe einen Krug Bier mit „Brot-Schnaps“ und meinte,
so vorbildlich sollte jeder Rastplatz ausgestattet sein.
Da ich die Einzige war, die nur
nichtalkoholische Getränke zu sich genommen hatte, war damit der abschließende
Landdienst geregelt.
Helma
5.
Tag Von Prieros zum
Teupitzer See und zurück -36 km-
Nach der
„Gewalttour“ vom Vortag mit stürmischen Seiten- und Gegenwinden auf
Scharmützel- und Storkower See waren die Teilnehmer/innen am Morgen allgemein
erleichtert, denn es schien die Sonne und kaum ein Lüftchen war zu spüren.
Unter diesen optimalen Bedingungen konnte also die Fahrt über die „Teupitzer
Gewässer“, also die Seenkette von Prieros nach Teupitz und zurück angetreten
werden.
Gleich nach
dem Start wurde die Dahme nach Steuerbord verlassen, um vermeint-lich in den
langen und schmalen Schmöldesee einzubiegen. Aber, siehe da, dies war ein
Irrtum, denn der erste knappe Kilometer trägt laut WSV (Wasser- und Schiff-fahrtsverwaltung
des Bundes) einen eigenen Namen: Hutschsee! Und so wurde aus der ursprünglichen
35- eine 36-Seenfahrt.
Die Ufer der
insgesamt zehn durch Kanäle verbundenen Seen sind weitgehend durch
Waldlandschaften geprägt, nur unterbrochen durch kleinere Ansiedlungen wie z.B.
Klein- und Groß-Köris. So war auch diese Etappe vor allem ein beeindruckendes
Naturerlebnis.
Am Ende des Teupitzer Sees hatte Angelika wieder ein schönes Pick-nickplätzchen
gefunden, bei dem auch bequem angelegt werden konnte.
Begeistert
wurde das gewohnt opulente Buffet von den Ruderern „gestürmt“, um den müden
Körpern wieder neue Energien für die Bewältigung der Rückfahrt zuzuführen.
Kurz nachdem
wir wieder in Richtung Prieros gestartet waren, wurde am Schweriner Horn eine
Engstelle durchrudert, die den Autor stark an unser heimisches Nadelöhr
erinnerte. Nach zügiger Fahrt wieder im Standquartier angelangt, folgte schon
bald der
Transfers zum kulturellen Höhepunkt der gesamten Wanderrudertour, der Besichtigung
von Schloss Königs Wusterhausen.
Im Rahmen
einer intensiven Führung wurde uns die Geschichte des Hauses und seiner
Bewohner nahe gebracht, wobei die Person Friedrich Wilhelms I., auch bekannt
als der „Soldatenkönig“, sein Leibbataillon die „Langen Kerle“ und das
legendäre „Tabakskollegium“ im Mittelpunkt standen.
Mit dem
Abendessen im „Hoenckes Altes Wirtshaus“ gegenüber dem Schloss fand dieser
schöne Tag in gemütlicher Runde bei allerlei Köstlichkeiten seinen Abschluss.“
Eberhard
6. Tag Von Prieros über den Wernsdorfer See nach Erkner –
38 km –
Heute galt es Abschied von unserem „Standquartier“ Prieros zu nehmen:
Über den Dolgensee und den Krüpelsee ging es über die Bootsschurre an der
„Neuen Mühle“ zum Mittags-Picknick beim RC Königs-Wusterhausen. Anschließend
ruderten wir über den Möllenzug-, den Sellenzugsee, den Großen Zug und dem
Krossinsee zum Anglerverein Wernsdorf, um uns vor der ersehnten Befahrung des
Gosener Grabens zu stärken. Diesen
erreichten wir über ein kurzes Stück des Oder-Spree-Kanales und den Seddin-See.
An der Einfahrt zum Gosener Graben sammelten sich beide Boote, um das an-schließende
Erlebnis möglichst gemeinsam zu genießen. Da Eberhard auch bei der relativ
kühlen Witterung stets in kurzer Kleidung rudert, kam er in den besonderen Genuss
der dort lebenden Flugtiere. Es ergab sich nunmehr nicht nur die Heraus-forderung,
die engen Kurven und die teilweise ins Wasser gefallenen Bäume zu umfahren,
sondern mit allen möglichen Bewegungen den Flugtieren, auch Mücken genannt,
auszuweichen. Die Fahrtrichtung der
Boote konnte an den sich im Boot
fortsetzenden „Verteidigungsbewegungen“ von Bug zum Heck genauestens
verfolgt werden. Auch Schlagmann
Eberhard konnte seinen ansonsten präzisen Schlag-rhythmus in keiner Phase
einhalten, da er permanent mit der Verteidigung seines Körpers zu kämpfen
hatte.
Ansonsten gab es bei der Befahrung des Gosener Grabens nichts Neues, nur
ein Ruderer sagte am Abend: „Nie wieder, es war ja wie bei Hitchcock“.
An der Mündung des Gosener Grabens in den Dämeritzsee wurden wir sehr
freundlich von den Wasserfreunden Erkner begrüßt, auf deren Gelände wir die
nächsten 3 Tage unsere Boote gesichert ablegen konnten.
Unser „Bus-Shuttle“ brachte uns dann ins naheliegende „Tagungs-Hotel
Erkner“, wo wir nach einem sehr umfangreichen Abend-Buffet müde ins Bett
fielen.
Wolfgang
7. Tag Von Erkner
bis zum Stienitzsee und zurück -32 km-
Für Freitag, d. 28.05.2010 hat mich der
Fahrtenleiter zum Bericht über den Rudertag verdonnert.
Nach dem Frühstück wurden die Mannschaften
der beiden Boote vom am Vormittag amtierenden Kleinbusfahrer Wolfgang Deutz zum
RV Wasserfreunde Erkner gefahren. Gegen 10 Uhr legten die „Bubi Jahnke“ und die
„Emden“ mit den Steuerleuten Wolfgang und Uschi mit dem Ziel Stienitzsee ab.
Es ging zunächst über den Dämeritzsee und
dann über den Flakensee zur Schleuse Woltersdorf, wo die vorhandene Schurre
benutzt wurde.
Auf dem kurzen Flakensee schwamm eine ölige
Flüssigkeit mit ätzendem Geruch. Die Herkunft der Verseuchung des Bodens und
des Grundwassers in Erkner stammt von der 1860 gegründeten ersten großen
kontinentaleuropäischen Teerdestillation
und späteren Chemiebetrieben, die alle ohne Umweltschutzmaßnahmen bis zur Wende
betrieben wurden. Ab 1909 kam es durch die bei der Teerdestillation anfallenden
Phenole zur Zusammenarbeit mit dem belgischen Chemiker Leo Baekeland und der
1910 gegr. Bakelite GmbH. Mit dem von Leo Baekeland erfundenen Bakelite begann
weltweit die erstmalige Produktion von Kunststoffen.
Aus Bakelite wurden z.B. Telefon- und
Radio-Gehäuse hergestellt.
Nach der Wende wurden die maroden Anlagen
entfernt. Die - zurückgehende - Verunreinigung im Grundwasser dauert bis heute
an.
Dabei war Erkner von 1880 bis 1945
Luftkurort. Gerhart Hauptmann lebte dort von 1885 bis 1889 auf Empfehlung
seines Arztes. Er verfasste dort den „Biberpelz“. Hauptmann nutzte ihm bekannte
Personen aus Erkner als Figurenmodelle.
Die Ruderfahrt ging nun in den Kalksee und
dann über den Mühlenfließ und Hohler See zum Stienitzsee.
Am Ende des Sees mussten unsere Damen
unbedingt an Land. Erleichtert ging es nun auf den Rückweg der gewohnten
Picknickpause beim RV Kalkberge Rüdersdorf entgegen.
Auf der Rückfahrt kamen wir wieder am
Museumspark der Kalkwerke vorbei. Auf dem Gelände mit steilen Höhenabschnitten
wurden früher Filme gedreht z.B. „Der Tiger von Eschnapur“.
Der Kalkabbau und die Herstellung von
Zement erfolgt in Rüdersdorf schon seit Jahrhunderten. Alle Verbindungskanäle
wurden zum Zweck des Transportes der Baustoffe nach Berlin angelegt. „Berlin
ist aus dem Kahn gebaut“.
Angekommen beim RV Kalkberge sahen wir den
von Wolfgang Deutz aufgebauten und eingedeckten Picknicktisch. Kaum Platz
genommen, legte der Fahrtenleiter mit seiner Mannschaft an, vertäute das Boot
und nun fing es an zu regnen. Rasch wurden der Picknicktisch und die Stühle unter
die überdachte Terrasse gebracht.
Die Mittagsrast wurde ausgedehnt bis der
Regen aufhörte. Klaus übernahm den Kleinbus und beide Wolfgangs saßen in den
Booten. Schnell erreichten wir die Schurre an der Schleuse Woltersdorf und
setzten die Boote vom Kalksee in den Flakensee um. Weiter ging es wieder über
den übel riechenden Flakensee-Kanal in den Dämeritzsee hinein.
Am frühen Nachmittag erreichten wir wieder
das Gelände der Wasserfreunde Erkner und zogen mit letzter Kraft unsere Boote
an Land.
Wieder war ein schöner Rudertag zu Ende.
Abends speisten wir noch im sehr schönen
Seminar- und Tagungshotel in Erkner mit dem ausgezeichnet reichhaltigen Buffet
zum Superpreis.
Jürgen
8.
Tag: von Erkner zum
Möllensee und zurück über den Müggelsee -37 km-
Heute ruderten wir
über den Dämeritzsee und den Flakensee die Löcknitz aufwärts zum Werl-, Peetz-
und bis zum Möllensee-Ende. Auf der Rücktour wurde am Eingang des Werlsees an
der Festwiese Grünheide von Angelika das letzte Picknick kredenzt. Hier hatten
wir das Glück, als Erste anzulegen, da unmittelbar hinter uns nochmals 3 Vierer
dort anlegen wollten, aber aufgrund des sehr knappen Steg-platzes keine
Möglichkeit mehr dazu vorfanden.
Gestärkt von
Baguette, Brot, Käse und Wurst, Weiß- und Rotwein, Wasser, Saft, Obst und
Desserts wurde die Fahrt über den Dämeritzsee, die Müggelspree, den Kleinen und
den Grossen Müggelsee angetreten. Der Grosse Müggelsee präsentierte sich ruhig
mit wenig Schiffsverkehr, so dass wir glücklich und zufrieden am RV
Friedrichshagen anlegen konnten.
Nach dem
Herausnehmen der Boote lud der Fahrtenleiter die Mannschaften zu einer
„Müggelsee-Bezwinger-Lage“ auf der sehr schönen Terrasse des RV Friedrichs-hagen
ein. Der Landdienst verteilte die feinen Umzugs-Klamotten und die Duschen
wurden dankbar genutzt. Weit über die anliegende Strasse „Hahns Mühle“ war der
überaus bezaubernde betörende Gesang unserer Ruderinnen aus dem gekippten Duschfenster
zu hören (u.a. Fritze Bollmann wollte angeln…).
Beim Abendessen im
der Alt-Berliner Gaststätte „Rolands Eck“ bedankte sich Wolfgang Deutz im Namen
aller beim Fahrtenleiter „Paul“ Wolfgang Grädler sowie Angelika Wentzig für
ihre viele Mühe und Arbeit, die zum Gelingen dieser Pfingstfahrt geführt haben.
Er hob insbesondere die reichhaltigen Naturerlebnisse hervor, die im direkten
Umland Berlins doch so einfach zu erreichen sind. Über die sehr launige Rede
und die Dankesreden weiterer TeilnehmerInnen haben sich beide sehr
gefreut.
Altersgemäß wurden
zu fortgeschrittener Stunde noch ganz wichtige Tips ausgetauscht:
Gießkannen-Code beim Friedhofsbesuch: Tülle nach oben gedreht –suche Kontakt,
Tülle nach unten gedreht -heute nicht.
Zurück ging es am
Nordrand des Müggelsees nach Erkner zur letzten gemeinsamen Nacht im Hotel. Ab
morgen „muss man wieder jeden Tag morgens seine Fingernägel zur Kontrolle auf
den Tisch legen“ (Originalton Kalle Pfingstfahrt 2009).
Wolfgang
9. Tag
Friedrichshagen über die Spree, Teltowkanal zum PRC-G - 42 km-
Heute ist der
letzte Rudertag und wiederum eine der längsten Ruderstrecken bis zum PRC-G.
Nach dem Frühstück in Erkner um 7 Uhr fuhr uns der Landdienst Jürgen zum RV
Friedrichshagen, wo wir in sensationell kurzer Zeit bereits um 9 Uhr ab-legten.
Spreeabwärts ging es über Köpenick bis zur Einmündung des Britzer Zweig-kanals,
in den wir heimwärts einbogen. Bei der RG Wiking wurde noch eine kurze
„Entsorgungs-Pause“ eingelegt, bevor wir dann gegen 12 Uhr in Lichterfelde an
der Sportboot-Liegestelle Eugen-Kleine-Brücke kurz vor einem Regenschauer zum
abschließenden Mittagessen in der „Trattoria Lugana“ anlegten.
Dort trafen wir
planmäßig auf unsere KameradenInnen Harald und Waltraud Roßius sowie Heide
Deutz und 3 österreichische Wanderruderer, die sich mit uns schon auf dem
Teltowkanal ruderisch „duellierten“. Waltraud hatte sich dankenswerterweise
bereiterklärt, für Wolfgang die Reststrecke zu rudern, damit er mit seiner
Heide die Opern-Premiere von „Otello“ rechtzeitig erreichen konnte.
Nach Pizza Parma,
Pasta und Vino Rosso wurde der
abschließende Ruder-abschnitt über den Teltow-Kanal mit einer zügigen
Schleusung in Kleinmachnow absolviert.
Gegen 18 Uhr waren
die Boote gesäubert und ordentlich auf die Lager gelegt, die Fahrt im
Fahrtenbuch ausgetragen und ein Abschiedstrunk auf der Terrasse genommen.
Auch der
wahrscheinlich „im Übermut“ in Lichterfelde stehen gelassene Paddelhaken wurde
auf der Heimfahrt von unserer Fahrtenleitung wiedergefunden.
Eine schöne
Pfingstfahrt ging zu Ende, RudererInnen und Boote sind wohlbehalten
zurückgekehrt und manche(r) freut sich
schon auf das nächste Jahr.
Wolfgang
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