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Potsdamer Ruder Club - Germania

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Finowkanal-Pfingstfahrt 2011 Drucken E-Mail

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FINOWKANAL-PFINGSTFAHRT 2011: 20 Schleusen und ein Schiffshebewerk

 Vom 11. - 16. Juni 2011 ruderten sechs Ruderer/Ruderinnen des PRC-G 225km über die Havel, den Havel-Oder-Kanal, den Finowkanal, das Schiffshebewerk Niederfinow und den Werbellinsee und wieder zurück zum PRC-G. Diese wunderschöne Ruderfahrt ist als Bericht mit Fotos im Ordner enthalten. 

< BILD 1: Gruppenbild am Start >

< BILD 2: Streckenverlauf>

Vom 11.06. - 16.06. fand die FINOWKANAL-PFINGSTFAHRT 2011 mit den RudererInnen Wolfgang Grädler, Helma Heinrich, Uschi Preißler, Waltraud Roßius, Peter Tödt und Angelika Wentzig statt. An 6 Tagen sind mit insgesamt 225 km 20 Schleusen und 1 Schiffshebewerk passiert worden, so dass sämtliche TeilnehmerInnen nunmehr über umfangreiche Schleusenerfahrungen verfügen. Das Hauptziel war die Durchquerung des 391 Jahre alten Finowkanals (die älteste noch im Betrieb befindliche Wasserstraße Deutschlands), der im Jahr 1620 als Verbindung zwischen Oder und Havel gebaut wurde und in dem später in einer weiteren Ausbaustufe die Finow-Maßkähne (40,2m Länge, 3,60m Breite) auf den Treidelwegen von Pferden gezogen wurden. Noch heute gibt es bei Eberswalde einen erhaltenen Maßkahn, der mit Touristen angeblich von 1 Pferd (!) zwischen zwei Schleusen getreidelt wird. Der Finow-Kanal wurde im Lauf seiner Jahre mehrfach umgebaut und verlor im Jahr 1914 mit dem Bau des Oder-Havel-Kanals seine wirtschaftliche Bedeutung. Erst in den letzten Jahren ist er wieder für den Sportbootverkehr mit seinen 12 Schleusen in den Sommermonaten in Betrieb gesetzt worden, um die von hoher Arbeitslosigkeit geprägte Region touristisch zu erschließen. Dazu war die Überholung, teilweiser Neubau einiger Schleusen, Wehre, Klapp- und Drehbrücken notwendig, die vom Land Brandenburg mit EU-Fördermittel-Unterstützung durchgeführt wurde. Auch der Betrieb der Schleusen wird sehr kostengünstig von ABM-Kräften (z.T. ehem. Schleusenwärter) organisiert, die sehr freundlich mit Telefonkette eine schnelle Durchfahrt ermöglichen. Bei einer Höhen-Differenz von 36m zwischen dem Anfangs-Punkt Zerpenschleuse und dem Endpunkt Niederfinow hat jede Schleuse einen Hub von ca. 3m. Diese insgesamt 36m Höhen-Differenz werden dann am Endpunkt des Finow-Kanals auf dem Rückweg im Oder-Havel-Kanal im " Schiffs-Aufzug" des Schiffshebewerkes Niederfinow in ca. 10 min in einem Arbeitsgang bewältigt: Welch ein gewaltiger Fortschritt ! Doch nun zu Einzelheiten unserer Rudertour: Am Samstag, d. 11.06. trafen sich die RudererInnen bereits um 9 Uhr im PRC-G, um die Strecke von 40 km bis Oranienburg in ökonomischer Weise zu bewältigen. Über die Havel ging es nordwärts über die Schurre der Schleuse Spandau zum RC Saffonia, unserem Picknickplatz zu Mittag. Hier konnten unsere langjährig erfahrenen TeilnehmerInnen sich dann mit Kaffee, Brötchen, Obst und Mineralwasser derart stärken, dass die Nachmittagsetappe über Henningsdorf bis zum WSC Möwe Oranienburg in der Oranienburger Havel im Fluge verging. Zumal unsere Aufmerksamkeit auf dem letzten Stück den uns im Wasser begleitenden Nutria galt. An Land erwartete uns unser Landdienst Harald, der uns dankenswerterweise das Gepäck auf dieser ersten Etappe transportiert hat. Das Glücksgefühl des nachlassenden Druckes in den bekannten Ruderer-Sitzzonen wurde in dem Ufer-Pavillon mit ausreichend Gerstensaft gefeiert. Nach dem sehr üppigen Griechen-Dinner (alle 10min wurde 1xOuzo aufs Haus angeboten !) ging es auch gleich zu Bett, da am nächsten Morgen wieder früh gestartet werden musste, um die Schifffahrtsschleuse Lehnitz, das erste Stück des Oder-Havel-Kanals und die ersten 4 Schleusen des Finow-Kanales bis Finowfurt zu bewältigen.

< Bild 3: Anlegen beim WSC Möwe Oranienburg> >

Am Pfingst-Sonntagmorgen, d. 12.06. waren alle superpünktlich am Frühstückstisch des Hotel an der Havel mit einem Top-Buffet, so dass wir unser Gepäck schnell im Boot verstauen konnten und bereits um 9 Uhr 30 an der Schleuse Lehnitz waren. Diese kann von Sportbooten nur zusammen mit der Berufsschifffahrt durchquert werden: Wir hatten aber großes Glück und konnten bereits nach nur 10min Wartezeit in die Schleuse einfahren. Danach ging es dann 21 km geradeaus auf dem Havel-Oder-Kanal bis Zerpenschleuse, dem Beginn des Finow-Kanales. Der Havel-Oder-Kanal hat glücklicherweise keine Spundwände, sondern ist am Ufer von alten Bäumen, Sträuchern, Blumen und Brombeeren umsäumt und teilweise auch mit Deichen oberhalb des Landschafts-Niveaus geführt, so dass der Ausblick viel Abwechslung aufweist. In Zerpenschleuse haben wir dann Mittagspause in einer Ufer-Gaststätte gemacht, bevor wir in den landschaftlich sehr schönen Finowkanal mit den heute zu bewältigenden 4 Schleusen eingefahren sind. An der Ruhlsdorfer Schleuse (Nr. 1) hatten wir etwas Wartezeit, da erst viele Paddler hochgeschleust wurden. Die weiteren Schleusen bis Finowfurt konnten wir dann weitgehend ohne Gegenverkehr zügig passieren. Die Telefonkette der Schleusenwärter funktionierte so gut, dass wir an der jeweils folgenden Schleuse immer durch das bereits geöffnete Schleusentor einfahren konnten. In Finowfurt machten wir das Boot am Schleusen-Anleger fest und wanderten mit Gepäck ca. 800m bis zum Hotel Auberge, wo wir nach dem Abendessen in den verdienten Schlaf fielen.

< Bild 4: Mittagspause an der Einfahrt zum Finow-Kanal>

Am Montag, d. 12.06. gab es das Frühstück diesmal nicht im Hotel, sondern in einem an der Schleuse Finowfurt neu eröffneten Bäckerei-Cafe, da das Hotel erst ab 8:00 Uhr Frühstück offerierte und dies uns aufgrund der heute zu durchquerenden 8 Schleusen etwas zu spät war. Diese Umdisposition hat sich sehr gelohnt: es gab dort ein Super-Frühstück mit frischgebackenen Brötchen nach Wahl, Aufschnitt-Platte, Obst und Kaffee, Tee. Die ca. 20cm hohen Tortenstücke (!) ließen wir diesmal aus, da wir unsere Kräfte nicht ausschließlich für die internen Prozesse einsetzen wollten. Nach dem Fertigmachen des Bootes durchfuhren wir die restlichen 8 Schleusen des Finow-Kanals, die z.B. so traditionelle Namen hatten, wie Schleuse Heegermühle, Wolfswinkeler Schleuse, Drahthammer Schleuse, Kupferhammer Schleuse. Der Abstand zwischen den Schleusen war moderat erholsam: 800m bis 5km . Hinter der Ragöser Schleuse gab es einen sehr komfortablen Sportboote-Rastplatz, wo wir uns zu Mittags stärkten. Nun hatten wir für heute nur noch 8 km mit 2 Schleusen und 1 Klappbrücke (für Ruderboote hoch genug) zu durchqueren. Der Finowkanal ist in diesem Abschnitt bis Niederfinow sehr urtümlich, teilweise am Ufer stark bewachsen und steht unter Naturschutz: Wir haben sogar einen Biberbau entdeckt ! Kurz vor der letzten Schleuse Stecher kam am Horizont bereits der Stahlbau des Schiffshebewerkes Niederfinow in Sicht: Ein gewaltiger Komplex mit ca. 50m Höhe. Da unser Hotel von unserem Festmacheplatz an der Schleuse Liepe ca. 1,5km entfernt war, hatte Fahrtenleiter Wolfgang eine tolle Marscherleichterung organisiert: 2 Pkw des Hotels holten die Mannschaft pünktlich am Steg ab. Leider gab es die in den Vorjahren zu diesem Zweck genutzte Pferde-Kutsche nicht mehr, da der Kutscher bislang noch nicht für das verstorbene 1 Pferd (Kaltblüter) Ersatz gefunden hat. Damit hatten wir mit den 12 Schleusen des Finowkanals die Höhendifferenz von 36m bewältigt, die wir am nächsten Morgen in einem Ruck mit dem Schiffshebewerk überwinden sollten. Den heutigen "Bergtag" haben wir abends zünftig gefeiert.

< Bild 5: Festmachen an der Lieper Schleuse>

Am Dienstag, d. 13.06. konnten wir erst mit ca. 45min Wartezeit als alleiniges Boot in den Trog des Schiffshebewerkes Niederfinow einfahren, da morgens keine Berufsschiffahrt weit und breit zu sehen war. Zwischen dem jetzt im Betrieb befindlichen Hebewerk und der alten "Schleusentreppe" wird zur Zeit das neue Schiffshebewerk gebaut, das größere Schiffe schneller heben kann. Das alte Hebewerk soll dann nur noch von "Sportbooten" genutzt werden können. Nach der oberen Ausfahrt hatten wir auf dem Oder-Havel-Kanal bis zum Abzweig in den Werbellin-Kanal 24 km bei spiegelglattem Wasser zu rudern. Bei Eberswalde machten wir beim "Bootshaus der Stadt Eberswalde" Mittagspause und bewunderten die großen Fische im Kanal. Frisch gestärkt wurden die restlichen Kanal-km durchrudert und der idyllische Werbellin-Kanal mit 2 Selbstbedienungs-Schleusen zum Werbellinsee durchquert. An diesen Schleusen gab es wegen des niedrigen Werbellinsee-Wasserstandes die Restriktion, dass immer nur zur vollen Stunde geschleust werden konnte, so dass wir viel Pausenzeit vor den Schleusen zum Relaxen, Baden und Getränkeholen hatten. Der Werbellinsee empfing uns wieder mit seinem sehr klaren und spiegelglatten Wasser. An der Landzunge "Zum Süßen Winkel" konnten wir uns dann in einem Cafe mit einem tollen Kaffee stärken, bevor wir dann über den Werbellinsee in der Abendsonne zum Bootshaus des Jagdschlosses Hubertusstock ruderten, wo wir das Boot am Steg festmachten. Auch hier wurden wir freundlicherweise vom Hotel mit Pkw abgeholt, der 3,5 km lange Fußweg blieb uns so erspart. Unser Quartier " Jagdschloss Hubertusstock" liegt mitten in der Schorfheide und wurde von Angelika und Wolfgang bereits auf der vorbereitenden Oster-Radtour mit "Sehr gut" getestet. Wir waren in den Gästehäusern untergebracht, die früher nur "Staatsgästen" vorbehalten waren. Zum Abendessen im nahen Restaurant "van Hoevel" gab es ein phantastisches Grill-Buffet mit -zig Salaten, Vor- und Nachspeisen, so dass alle Reserven wieder aufgefüllt werden konnten und der Schlaf früh einsetzte.

< Bild 6: Einfahrt in das Schiffshebewerk Niederfinow >

< Bild 7: Ausfahrt aus dem Schiffshebewerk Niederfinow >

< Bild 8: Schwanenenfamilie zu Besuch beim PRC-G >

< Bild 9: Wunderschöner Werbellinsee>

 Am Mittwoch, d. 14.06. gab es das Frühstück im Kaminzimmer des Jagdschlosses: Ein Erlebnis der besonderen Art; früher saßen hier der Staatsratsvorsitzende Honnecker mit seinen Gästen z.B. Franz-Josef Strauss oder Helmut Schmidt. Heute war unser vorletzter Rudertag mit der längsten Ruderetappe von 45 km. Mit guter Pausengestaltung und ausreichendem Flüssigkeitsvorrat gepaart mit dem unbändigen Willen langjähriger RudererInnen ging es mit einer Schleife bis Altenhof wieder zurück durch die 2 Schleusen des Werbellin-Kanals zum Havel-Oder-Kanal. Am Havel-Abzweig bei Malz wurde die Mittags-Pause eingelegt, nachdem unser Steuermann Wolfgang einen klitzekleinen, aber ausreichenden Steg am Kanal-Ufer entdeckt hatte. Mit dem kräftigenden Schluck aus Peters Kaffeekanne und Relax-Stufen-Lagerungs-Übungen wurden dann die restlichen 12 km bis zur Schleuse Lehnitz bewältigt. Heute war die Wartezeit vor der Schleuse mit 40min länger, da viele Sportboote nach Berlin fuhren. Die Abendstimmung des schönen Lehnitzer Sees noch vor Augen legten wir dann wieder im Oranienburger Havel-Abzweig am WSC Möwe an, wo wir erneut deren Gastfreundschaft genießen durften. Nach dem obligatorischen Getränk aus der Club-Öko statteten wir der Vereins-Meerjungfrau noch einen Besuch ab: das Wahrzeichen des WSC Möwe Oranienburg. Nach dem verdienten "Abendmahl beim Griechen" sanken alle erschöpft und zufrieden in die Betten des "Hotel an der Havel".

< Bild 10: Rückfahrt über den Werbellin-Kanal >

< Bild 11: Pause mit Relax-Stufen-Lagerung >

< Bild 12: Letzter Treff mit der "Nixe vom WSC Möwe Oranienburg" >

Am letzen Tag, Donnerstag, d. 15.06. besuchte uns unser lieber Harald mit seiner Waltraud beim gemeinsamen Frühstück. Da Wolfgang heute Landdienst machte, stieg dafür Waltraud in das Boot. Nach dem Zusammenpacken der Utensilien wurde der Vierer Meißen das letzte Mal losgebunden und mit wehender Club-Flagge ging es mit Pausen beim RC Henningsdorf (mit einer bemerkenswerten Steg-Achter-Kasten-Ruderanlage) und einer Mittagspause unter der Brücke bei der Wasserstadt Spandau über die Spandauer Schleuse wieder zum PRC-G. Nach dem Boote-Putzen wurde zum Abschluss noch mit einem kleinen Umtrunk auf diese herausfordernde und sehr schöne Ruderfahrt angestoßen.

Der Verfasser hofft, dass sich in unserer Clubgemeinschaft noch weitere RudererInnen finden, die sich für solch eine schöne Ruderfahrt begeistern lassen.

Wolfgang Grädler

 
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